Das Neue ist wie’s Alte
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Nun, das Jahr 2012 ist zu gut einem zwölftel vorbei. Was hat sich geändert? So sehr wie alle sich gern „Gute Vorsätze“ zum Jahreswechsel vornehmen, so schnell ist man schon Routine mäßig geneigt auf diese Frage mit „Nichts hat sich geändert.“ zu antworten. Schließlich ist auch in den meisten Fällen genau das von den Vorsätzen geblieben. Nichts!

Naja, etwas hat sich dann schon zumindest bei mir geändert. Mein Facebook Account ist zur digitalen Chronik meiner Aktivitäten im Netz mutiert. Irgendwie recht interessant aber auch mit Risiken verbunden. Na sein wir aber mal ehrlich, ich hab nicht erwartet das es 2012 einfacher wird. Schon gar nicht beim Thema Einstellungen der Privatsphäre.

Laptop

An der allgemeinen (erlaubten) Einstellung zur Privatsphäre wird immer noch heftigst gestritten. Aber spätestens mit dem Timeline Vorstoß dürfte vielen klar werden, es geht nicht darum das diese Daten anfallen, aber wer will schon jedem den „Abfall“ der letzten Jahre auf die Nase binden? Dies müsse jedem seine Entscheidung bleiben.

Da hier viele Dinge noch nicht eindeutig geregelt sind, kommt es immer wieder zu Phasen, in denen aber Daten erhoben wurden & werden. Interessant dabei ist nur, solche Erhebungen führen nicht zu Resultaten bei der Aufklärung von Straftaten.

Man ist auf der Jagd nach den digitalen Spuren, die wir überall hinterlassen. Die Musik- & Filmindustrie hat noch immer nicht dazu gelernt. Wozu neue Geschäftsmodelle entwickeln, wenn man einfach den User reglementieren muss, das dieser sich an die alten Vermarktungsrichtlinien zu halten hat. Dafür wird an weltweiten Abkommen gefeilt. Es ist der Versuch vor der totalen Vernetzung der User & Konsumenten, diese unmündig, gläsern & verängstigt zu halten. Sie mögen Ihr Geld über die neuen technischen Möglichkeiten doch richtig ausgeben & nicht so viel über alternativen im Netz nachdenken, wissen oder gar finden.

Paradox daran ist die Logik. Zu jeder Zeit sind mit dem Aufkommen neuer Technik auch Möglichkeiten gesehen & genutzt worden. Immer brachte dies weitreichende Veränderungen mit sich. Leibeigene wurden „freie“ Menschen, später sogar lesende & wissende. Da genau ist das Problem. Wir wollen immer mehr. Die einen mehr Freiheit, die anderen die Freiheit sich immer mehr Profit für die Zukunft zu sichern.

Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!“ steht da gestern im Handelsblatt. Ich hoffe mal nicht. Doch es macht deutlich, wie man den User sieht. Potenziell kriminell! Verzweiflung macht aggressiv.

Darum werden auch Abkommen versucht jetzt zu erreichen, an deren Verhandlung zumindest auf politischer Seite Personen sitzen, die von der Materie keine Ahnung haben & von Lobbyisten Hintergründe erklärt bekommen. Das dabei nichts Gutes raus kommen kann, liegt in der Natur der Sache. Es liegt aber auch in der Natur der Sache, dass man sharing lieb gewonnen hat & sich lieb gewonnene Möglichkeiten nicht einfach nehmen lässt. Rein Mathematisch ist die Zahl derer wesentlich größer als die, die es einem verbieten wollen. Und das erste Mal in der Geschichte gibt es ein Kommunikationsmedium über das sich jeder mit jedem austauschen kann.

Das beunruhigt die einen, denn es bleibt selten noch was im absolut geheimen. Mir macht es Hoffnung, doch die stirbt bekanntlich immer zuletzt. Es sieht zumindest im digitalem Bereich nach einem interessantem Jahr aus. Ob es ein gutes wird, … jeder kann etwas dazu beitragen.

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Autor: Null Dreinull Wer ist das?
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