Wir wollen Deine Stimme oder Dein Lächeln!
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Der Wahlkampf 2011 in Berlin geht seinem Ende zu & kommt dem finalem Endergebnis immer näher. Doch soweit ist es noch nicht. Springen wir einige Tage, Wochen & Monate zurück.

Irgendwann bemerkt auch der uninteressierteste Bürger Berlins, einer der sich der Politik total verweigert & auf’s ständige meckern spezialisiert hat, es wird bald Wahlen geben. Unübersehbares Anzeichen dafür, die vielen Plakate, welche sich wie in „Gang Bang Manier“ um diverse Mäste winden. Kaum ein Laternenpfahl an dem sich weniger als 4 Plakate schmiegen, meist hängt da aber mehr als das doppelte dran. Welch Bunte Welt der Versprechungen.

Eigentlich alles wie immer. Recht öde, uninteressant & kein Hingucker. Doch was ist das? Bier tritt zur Wahl an? Ja, im Supermarkt um die Ecke, jeden Tag. Hier hat sich eine Firma frech in die Plakatierung der Laternen eingemischt & sorgt für eine erheiternde Abwechslung.

Es muss ein Schluck durch Deutschland gehen Klimawandel stoppen Feierabendbier muss bezahlbar bleiben

Doch auch sonst gab es einiges witziges im „plakativem Wahlkampf“ zu bestaunen. Die erheiternsten Forderungen, mit denen man automatisch sympathisieren kann, ohne groß nachzudenken zu müssen, kamen aus meiner Sicht von „Die Partei„, der „APPD“ & der „Bergpartei“ – deren ungeschlagen genial satirische Argumentation seines gleichen sucht!

Alles mal nicht so ernst nehmen, einfach dem Stimmzettel mal ein Lächeln statt einem Kreuz aufdrücken, könnte hier als Botschaft dahinter verstanden werden.

Ich hab mich jedenfalls köstlich amüsiert und die Forderungen „Bau keinen Scheiß mit Bier.“ oder „Her mit dem schönem Leben“ kann doch wirklich jeder unterstützen. Obwohl alle 3 genannten Parteien gerade wegen der 100 %igen Satire an der 5%-Hürde scheitern werden.

Der Unterhaltungswert einer Plenarsitzungsübertragung aus dem Abgeordnetenhaus ließe sich aber gerade mit Ihnen ungemein steigern. Doch auch in Berlin wird nicht alles der Unterhaltung untergeordnet, wie das Wahlergebnis beweisen wird.

Selbstverständlich beteiligten sich auch wieder die sogenannten Platzhirsche (SPD, CDU, Grüne, Linke & FDP) im politischem Willensbildungsprozess, die jedem aus den Nachrichten eingehend bekannt sind. Obwohl alles danach aussieht, dass einer dieser Hirsche abgeschossen wird. Die FDP, inzwischen seid etwa einem Jahr besser als die „Fast Drei Prozent“ Partei bekannt, wird wohl sehr deutlich an der 5% Hürde scheitern.

Am Ende kommt man aber gerade in diesem Jahr einfach nicht an einer Partei in Berlin vorbei. Den Piraten! Vor einer Woche noch feierten Sie ihr 5 jähriges Bestehen & am Ende dieser Woche ist es gut möglich das Sie über die 5% Hürde ins Abgeordneten Haus springen. Die Umfragewerte lassen kaum noch daran zweifeln. Gemessen an diesen Werten stellt sich inzwischen schon fast die Frage, wie weit sie über die 5% kommen.

Was das Phänomen Piraten ausmacht, muss letztlich jeder für sich beantworten. Was unausweichlich eine gewisse Anziehungskraft zu haben scheint sind wohl folgende Fakten: Alternative Lösungsansätze in einer Zeit, in der die alten Standartantworten nicht mehr in der Problemlösung funktionieren. Transparenz oder „Liquide Democracy“, was beides völlig neue Interpretationen von politischer Willensbildung sind.
Die „Mitmach-Partei“ als Angebot an all jene, die noch nicht aufgegeben haben. Offensichtlich haben noch nicht so viele den Kopf in den Sand gesteckt. Was die etablierten Parteien zu regelrechten Verzweiflungsstatements veranlasste.

„Auch Piraten lassen sich resozialisieren.“ oder „Nerd-Partei“ & einiges mehr, kam da von etablierter Seite. Wie sich all das im Wahlverhalten der Berliner wieder spiegelt, das wissen wir in knapp 2 Tagen.

Zum Schluss noch eine Wahlwerbung in eigener Sache: Wählen gehen!

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Autor: Iro Kaese Wer ist das?
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